Aber halten wir die Lobhudellung an dieser Stelle kurz an!
Vielleicht kann mir jemand von der WoW-Kreativabteilung bei Blizzard mal kurz erklären, was sie sich bei diesem Event genau dachten und weshalb sie nur geistig kurzsichtige Mitarbeiter an den Entwurf dieses Projektes gesetzt haben.
- Weltevent - Klasse Idee
- Eine sich immer weiter aufbauende Bedrohung - Super Idee
- Die Spieler aktiv in die Geschehnisse mit einbeziehen - Ja, aber ...
Ja, aber man hätte sich das Durchschnittsalter der Spieler besser anschauen sollen. Die Idee von Zombie bzw. Ghulen heimgesucht zu werden ist an sich nicht übel. Vermengt man dieses Szenario mit der Möglichkeit, den Ghul selbst zu spielen und multipliziert diese Möglichkeit mit der Altersklasse 12 - 20 Jahre, fühlen sich ca. 80% der zahlenden WoW-Spielergemeinschaft extrem genervt. Aber der Reihe nach:
Donnerstag 23.10.2008
In der Welt erscheinen sporadisch Ghule und greifen unvermittelt Spieler und NPCs an. Diese Ghule erscheinen vornehmlich in den Hauptstädten Sturmwind, Ogrimmar und Shattrath.Prima, mal sehen, was sonst noch kommen wird. Die zeitgleich stattfindenden Schlotternächte finde ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings um Längern spannender und ignoriere die Ghule.
Freitag 24.10.2008
Die Anzahl der attakierenden Ghule wächst rasch an. Die Ordensmitglieder der Agentumdämmerung sind aus den westlichen und östlichen Pestländern zur Hilfe geeilt, um Horde und Allianz gegen die Untote Brut zu unterstützen.
Besonders im Kampf gegen die von den Ghulen ausgehende Seuche stehen sie den Bewohnern Azeroth's heilend zur Seite. Im Auktionshaus, Gasthaus, Bankhaus und am Flugpunkt der Hauptstädte stehen an Bannern des Lichtes Heiler der Agentumdämmerung und entseuchen die Tapfer gegen die Ghule kämpfenden Spieler. Dieser beistand ist auch dringend notwendig, wird doch jeder durch die Seuche infizierte nach 10 Minuten selbst zum seuchenverbreitenden Ghul.
Diese armen Kreaturen können nur noch durch den Tod erlöst werden und können daher von Spielern und NPC eliminiert werden, um am Friedhof endlich wieder als "edles" Wesen aufzuerstehen.
Nun ja, ich hätte nicht erwartet, dass sich die Ereignisse so rasch weiterentwickeln - aber ok. Was nur unangenehm auffällt sind Spieler, die Gefallen daran zu finden scheinen andere (ahnungslose) Spieler mit der Seuche zu infizieren.
Samstag 25.10.2008
Seuche und die Ghule breiten sich aus. Die Seuche ist so stark geworden, dass den Infizierten nur noch zwei Minuten bleiben um sich heilen zu lassen. Schaffen sie es in dieser Zeit nicht einen rettenden Heiler zu finden oder zu erreichen nimmt das Schicksal seinen Lauf und macht sie zu hirnlosen Ghulen. Besonders schlimm sind die vagabundierenden Ghulgruppen, die mit vereinten Kräften den Spielern nach dem Leben trachten. Auch scheinen die Ghule die Infrastuktur nachhaltig schwächen zu wollen. So belagern sie mit Pestverbreitenden Fledermäusen aus den östlichen Pestländern die Seuche am Flugpunkt in Shattrath, auf dass jeder Neuankömmling ins Verderben stürze.Die Agentumdämmerung scheint das Ausmaß der Verseuchung ebenfalls unterschätzt zu haben und entsendet Kämpfer in die Städte, die dort Aussenposten installieren sollen. Die Heiler der Agentumdämmerung werden zum Leitwesen der Spieler bis auf wenige Ausnahmen zum eigenen Schutz abberufen. Da die Agentumdämmerung aber nicht überall zum Einsatz kommen kann, bittet sie sogar um Hilfe beim Kampf gegen einen zusätzlichen "Event"-Boss in Karazhan.
Hurra Blizzard. Was den Kara-Boss anbelangt, nettes Feature und auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin, so scheint es doch, als hättet ihr für U20-Spieler die einzig wahre und passende Avatarklasse gefunden: Den Non-Hirn-Ghul.
Fast jeder Spieler, der in dieser Altersklasse eine Maus und Tastatur unfallfrei nutzen kann, lässt sich verseuchen, um als dann als Ghul andere Spieler zu nerven. Durch diese sinn- und hirnfreien Aktionen der U20 ist es kaum mehr möglich sich in Sturmwind zu bewegen ohne
verseucht zu werden. Das Auktionshaus ist mit Leichen und Skeletten übersäht und nur gelegentlich ist ein lebender Auktionator auszumachen.
Glücklicherweise gibt es noch einige Spieler, die sich gegen diese sinnfreien Aktionen auflehnen und auch die NPCs von der Seuche befreien bzw. heilen.
Die Städte-Raids erleben eine Renaissance. Hirnfreie Allianzler und Hordler raiden als Ghule die Hauptstädte der Gegenfraktion. Im Anbetracht der Massenweise auftretenden Ghule fällt mir hierzu nur ein Satz ein: Sterbehilfe für die WoW-Server.
Sonntag 26.10.2008
Alles so schön grün hier. Die Seuche bzw. die Ghule gewinnen langsam die Oberhand und die Spieler die Geduld. Sturmwind und Shattrath können kaum mehr genutzt werden, da hier mehr Seuchenghule als Spieler umherlaufen. Auf der Welt verteilt befinden sich nun Lager und Beschwörungskreise der Nekromanten. Einige dieser Kreise befindet sich unmittelbar neben den Stadttoren Sturmwinds, bewacht durch mindestens 20 NPC-Ghule, die alles und jeden angreifen.
Die Lage spitzt sich bedrohlich zu. Der Wald von Elwyn vor den Toren Sturmwinds verfinstert sich zunehmendes und der stärkste Vorbote des Unheils steht hoch über Goldhain: Naxxramas bzw. die NecronomeDie Geschichte gewinnt rasant an Fahrt und verspricht noch einige Wendungen und Überraschungen. Vielleicht. Was mir hingegen Sorgen bereitet ist die Tatsache, dass sich die Spieler aus eigenem Antrieb nicht gegen die Horden an Ghulen stellen werden, zumal diese immer wieder respawnen und es auch keine Entlohnung hierfür gibt. Das Äffchen will halt eine Belohnung sehen.
Ich denke die Spielerbevölkerung in Sturmwind und Orgimmar wird in den nächsten Tagen zunehmend abnehmen. Nicht wegen der NPC-Ghulangriffe, sondern wegen der nervigen U20 Hirntot-Spieler. Ich habe zumindest meine "kleinen" Charaktere mit dem Schiff nach Darnassus entsandt, den mir ist es schon zu viel geworden.
Montag 27.10.2008
Die Agentumdämmerung hat ihre Streitkräfte in Sturmwind verstärkt. Die Stadt ist dennoch leer, den es sind kaum NPCs anwesend. Des Rätsels Lösung sind vagabundierende Ghulgruppen, die durch Hirntot-Spieler ergänzt werden und alles plätten, das nicht bei 3 weggeportet ist. Da keine Agentumheiler mehr stationiert sind, sterben einfach alle Spieler nach 60 Sekunden bzw. werden zu besagten Ghulen. Die Beschwörungskreise vor Sturmwind haben sich vermehrt und spucken nun auch Geisterhafte Schehmen und Skelettgestalten aus.
Hurra, eine Stadt für mich allein. OK, bis auf die Hirntoten-Spieler, die es nicht anders wollen. Auf dem Weg vor das Stadttor wurde ich drei mal verstorben, bevor ich mir ein Bild der Lage machen konnte. "Echte" Spieler die sich den "Gefahren" gegenüberstellen habe ich in Sturmwind vergebens gesucht. Es waren zwar ganze 34 Spieler in Sturmwind online, doch standen die in der Burg im PvP-Raum. Sturmwind verteidigen: nö - wozu auch, man hat ja nichts davon.
Jaaaa wird nun vielleicht der ein oder andere sagen, es ist ein Rollenspiel und da sollte man seine Heimat schon verteidigen. Aber mal im Ernst. Blizzard hat den Spielern in den letzten Monaten beigebracht, dass man für 10 Minuten Tagesquest 12 Gold erhält. Führt man diese Rechnung weiter, ist verteidigen nicht nur unrentabel, sondern dumm. Man farmt sich nur Reparaturkosten.
Nun ja, schauen wir mal, wie es bis zum "Finale" am 13.11.2008 weiter gehen soll
Mein Vorschlag zur Güte:
Da die Non-Hirn-Spieler es nicht zu raffen scheinen, wie sehr sie die Spielergemeinschaft nerven, nerft einfach die Ghule. Weniger Lebenspunkte und eine Haltbarkeit von maximal 3 Minuten könnten schon reichen. - Ohne Änderung an diesem "Ich-bin-Ghul"-Feature wird euer "Introduction-Event" für das zweite AddOn zumindest bei mir in verdammt schlechter Erinnerung bleiben.
Wer Weiß, vielleicht endet das Event ja doch in dem schon oft erwähnten Schlachtzug des Lichkings gegen die Hauptstädte und Sturmwind steht zum ersten mal vor einer echten Bedrohung?!
Bis dann,
Beldor