Freitag, 21. Januar 2011

Schlechte Zeiten für kleine Handwerker

Hallo zusammen,

neues Addon, neues Craft- bzw. Handwerkssystem. Egal was man sich durch das neue Addon erhofft hat, den eigenen Ingame-Beruf voranzutreiben ist je nach dem von sehr unter-schiedlichem Erfolg geprägt.

Gute Zeiten für Berufe, die Erze, Leder und Pflanzen benötigen…

Wer einen Alchimisten, Inschriftenkundler, Schmied, Ingenieur oder Lederverarbeiter sein Eigen nennt, kann entspannt aufatmen. Einfach zunächst einen Charakter mit einsprechen-dem Sammelberuf hochspielen und die erwirtschafteten Pflanzen, Erze oder Lederstücke an den Twink bzw. Alternativ-Charakter senden, damit dieser seinen Beruf vorantreiben kann. Leder findet man an jeder Ecke beim Leveln und einige gute Quest-/Farm-Spots machen dem Kürschner den Job wirklich einfach. Auch Bergbauer und Kräuterkundler haben kein wirklich schweres Leben und stolpern über ausreichend Rohmatierialien, die den Beruf der anderen Charaktere schnell bis auf Skill 525 vorantreiben.

… schlechte Zeiten für Schneider und Verzauberer

Einzig die Schneider und Verzauberer kommen bei diesem System wieder einmal arg zu kurz. Während sich andere bereits mit maximaler Berufsstufe langweilen und an höhere Aufgaben begeben, kämpfen sich diese beiden Berufe durch und raffen das wenige zur Verfügung stehende Material zusammen.
Der Glutseidenstoff für den Schneider fällt leider nicht in ausreichender Menge, so dass er gezwungen ist selbst loszuziehen, um vom 50% erhöhtem Stoffloot der Gegner profitieren zu können … und selbst dann findet er in Bezug auf die benötigte Anzahl von Stoffen pro Gegenstand einfach zu wenig.

Genauso übel trifft es den Verzauberer. Jeder schreit nach seinen Diensten, doch die Skillpunkte tröpfeln nur sehr langsam bei ihm ein. So reichen die erhaltenen Gegenstände beim erledigen aller Quests der neuen Länder nicht aus, um den Bedarf an Zauberessenzen zu decken, die bis zum Berufeskill von 525 benötigt werden.

Bei beiden Berufen darf Blizzard gern noch etwas nachbessern, auch wenn sie die Zusatzlootrate von Glutseidenstoff für Schneider von 25% auf 50% angehoben haben. Entweder die Anforderungen je Gegenstand senken oder den Zusatzstoffloot auf 75% (ggfs. temporär) erhöhen.
Beim Verzauberer bleibt meines Erachtens nur die Senkung der Matierialanforderungen je Verzauberung, um diesen Beruf nicht länger zu benachteiligen, denn was hier verlangt wird ist recht happig.

Was der Twink nicht lernt…

Das die Berufe daraufhin ausgelegt sind möglichst lange mit ihnen beschäftigt zu sein merken reine Twinks spätestens dann, wenn sie Stufe 525 im Beruf erreicht haben. Wie schon im Addon Wrath of the Lichking erhält man die wirklich guten und nachgefragten Rezepte und Vorlagen erst mit maximalem Beruflevel … doch diesmal ist etwas anders.
Die benötigten Rezept- und Vorlagenhändler hierzu befinden sich nämlich im Schattenhochland (ein Gebiet für Charakterstufe 84-85) und bieten ihre Waren erst dann an, wenn man zuvor einige Aufgaben erfüllt hat – denn die Festung wird angegriffen und der Gegner muss zunächst vertrieben werden. Spätestens hier endet dann der Spaß für Charaktere bis Stufe 82, denn die drei Befreiungsquests werden sie (zumindest allein) nicht schaffen. Damit man den Twink nun nicht einfach so in einer Gruppe mit durchzieht, ist die Startquest erst mit Level 84 annehmbar und das Gebiet phasenverschoben, so dass andere Spieler bei der Erledigung der Aufgabe nicht helfen können.

Der Berufe-Twink muss also auch Charakterstufe 84 erreicht haben, bevor er im Beruf weiter kommen kann. Doch dann stellt sich die nächste Hürde in den Weg: Chaoskugeln.

Diese netten Kugel fallen (bislang) einzig und allein beim Endboss einer heroischen Instanz und es können nur Spieler mit Berufen darauf würfeln, die Chaoskugeln auch verarbeiten können (Schneider, Schmiede, Lederverarbeiter). Der Rest geht leer aus. Da Chaoskugeln (bislang) seelengebunden sind, können sie auch nicht gehandelt werden – auch nicht innerhalb der Instanzengruppe! Wer also im Beruf weit kommen möchte, muss derzeit viel und aktiv spielen.

Fazit: Sechs Wochen nach Start des dritten WoW-Addons ist noch nicht alles so ausgewogen, wie es sein sollte. Mal sehen wo und wann Blizzard hier eingreift.


Gruß, Dirk