Freitag, 13. Februar 2009

Farmtage

„Und dann fahren wir mal alle zusammen ins Grüne und helfen dem Bauer bei der Ernte.“ – Nein, nicht ganz.

Meine Gilde hat wieder einmal die Farmtage ausgerufen. Hierbei geht es weniger darum, über einen längeren Zeitraum ein Feld zu bestellen, zu Pflegen und zu hegen, sondern viel mehr nur um das Wesentliche:

Die Ernte

Während es ein Farmer im echten Leben schon etwas schwerer hat für eine ertragreiche Ernte zu sorgen, ist dies in World of Warcraft (WoW) eigentlich recht simple. Hier bedeutet farmen nichts anderes, als die Ländereien abzugrasen und alles mitzunehmen, was sich verkaufen oder anderweitig nutzen lässt. So zieht man wie ein wild gewordener Hamster durch die Gegend und pflückt jedwede Art von Kräutern, zerklopft jeden willigen Steinhaufen um Erze und Edelsteine zu gewinnen, zieht Wildtieren das Fell über die Ohren um an Leder zu gelangen oder erlegt alternativ einige humanoide Gegner (nein, nicht gegnerische Spieler) um von diesen Stoffe zu erhalten.
Als besonderen Bonus hinterlassen (zumeist humanoide) Gegner gelegentlich magische Rüstungsgegenstände oder Waffen (so genannte grüne Items), die man zwar meist nicht der eigenen Ausrüstung hinzufügen möchte, die sich aber wunderbar dazu eignen entzaubert zu werden. So wird aus einer ehemals stolzen Plattenrüstung zum Beispiel ein Häufchen Schleierstau oder sonst eine für Verzauberungen nutzbare magische Essenz.

Wozu man das alles sammeln soll? Kurze Frage, kurze Antwort:

Entwicklungshilfe

Die Avatare ein WoW schlagen sich nicht nur wild mordend durch die Ländereien und Gewölbe der Fantasywelt, sondern üben neben bei auch noch ein bis fünf Berufe aus. Da diese beim Gruppenspiel meist nur schlecht ausgeübt beziehungsweise verbessert werden können, da zumeist nicht die Gegenstände (in geeigneten Mengen) in Dungeons/Instanzen gefunden werden können, um die Berufe ernsthaft steigern beziehungsweise verbessern zu können. Außerdem ist man bei seinen Berufen meist auf Zutaten angewiesen, die man selbst nicht erstellen oder erlangen kann und benötigt schon deshalb die Hilfe anderer Mitspieler – quasi als Zulieferer.

So sammelt die Gilde nun wieder Stoffe, Erze, Kräuter, Leder und magische Rüstungsgegenstände, um die Verbesserung Berufe der Gildenmitglieder mit zur Verfügung gestellten Zutaten aufzubessern und zur Perfektion zu bringen. Schließlich hat eine Gilde von bis zum Maximum ausgebildeten Berufen der Spieler auch ein Maximum an Nutzen zum Beispiel in Form von Rüstungsverzauberungen, Sockeledesteinen, Tränken und vielem mehr.

So trägt das geneigte Gildenmitglied alles Verwertbare auf die Gildenbank zwecks gegenseitiger Unterstützung.

Nach dem Farmtag ist vor dem Farmtag

Tatsächlich sieht es bei genauerer Betrachtung der Spielmechanik von WoW etwas anders aus. Einen Farmtag muss man nicht erst als solchen bestimmen, den es ist jeder Tag ein Farmtag.

Jeden Tag rennen die Spieler beziehungsweise ihr WoW-Avatare durch Instanzen, Schlachtfelder, Arenen oder einfach durch die WoW-Ländereien auf Jagd nach besseren Ausrüstungsgegenständen und Waffen, nach Achivement-Erfolgen, Abzeichen und Marken aus heroischen Instanzen oder Schlachtzügen, nach Ruf (Reputation) bei den verschiedenen Fraktionen, Ehrenpunkten in den Arenen oder einfach nach Gold in den weitläufigen Ländereien.

Der Unterschied zwischen „normalen“ WoW-Spieltagen und „Gilden Farmtagen“ besteht somit einfach nur im Ziel der Tätigkeit:

Farmen für’s ICH oder für’s WIR .

Bis dann,
Beldor